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Dinkelweizenmehl – ist das ein neues Mehl?

Was ist Dinkelweizenmehl?

Menschen mit einer Allergie oder einer Lebensmittelintoleranz erkennt man im Supermarkt daran, dass sie die Verpackungen umdrehen und die Zutatenliste studieren. Wer sich einmal in seine Problematik eingearbeitet hat, weiß worauf er oder sie zu achten hat. Denkt man. Ist aber nicht so, wie ich in den letzten Wochen gemerkt habe.

Dinkelweizenmehl: ist das eine neue Mehlsorte?

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Backwaren, die aus Dinkel, Hafer, Gerste oder Roggen sind. Sobald ich also ein neues Produkt in meinem Supermarkt sehe, schnappe ich es mir, drehe die Packung um und lese die Inhaltsstoffe. Vor ein paar Wochen habe ich das bei einem Dinkelbaguette gemacht. Vorne auf der Packung stand deutlich „100% Dinkel“. Doch auf der Rückseite in den Zutaten stand Dinkelweizenmehl. Hä?

Nun weiß ich natürlich, dass Dinkel die Urform von Weizen ist. Dabei hat Dinkel sogar mehr Gluten als Weizen. Weizenfrei ist also nicht automatisch glutenfrei. Denn alle Getreidesorten enthalten Gluten, doch nur Dinkel und Weizen sind eng verwandt. Ein bisschen wie Großmutter und Enkelin. Theoretisch fand ich es also logisch Dinkel als Dinkelweizen auszuzeichen, um deren Verwandtschaft auszudrücken. Gleichzeitig hatte ich aber andere Dinkelprodukte im Einkaufswagen, bei denen nur Dinkel oder Dinkelmehl in der Zutatenliste stand. Bevor ich also etwas Unbekanntes einkaufte, legte ich das Baguette zurück und beschloss zu recherchieren, was Dinkelweizenmehl ist.

Dinkelmehl, Dinkelweizenmehl, Dinkelmehl (Weizenart): was denn nun?

Um es kurz zu machen: es handelt sich jedes Mal um reines Dinkelmehl. Doch durch die Allergenkennzeichnung sind die Hersteller seit 2017 angewiesen, auszuzeichnen, dass es sich bei Dinkel um ein Weizengetreide handelt. Weizen, Dinkel, Hafer, Gerste und Roggen müssen laut der EU-Lebensmittelinformationsverordnung als glutenhaltige Allergene auf Produktpackungen gekennzeichnet werden. Vor zwei Jahren hat dann die EU-Kommission außerdem festgelegt, dass Dinkel als Weizengetreide besonders ausgezeichnet werden muss. Das ist logisch, denn entsprechend des Deutschen Allergie- und Asthmabunds sollte man bei einer Weizenallergie auch auf Dinkel verzichten, da die Allergieauslöser nahezu identisch sind.

Liebes Marketing: Zeichnet doch die Vorder- und Rückseite identisch aus.

Wie ihr im Header seht, habe ich im Supermarkt Fotos unterschiedlicher Zutatenlisten gemacht. Ein ziemlicher Wildwuchs, der weniger informierte Käufer verunsichern wird. Was mich auch wundert, ist warum viele Verpackungen Dinkel noch nicht als Weizenart ausweisen. Gibt es da wieder Schlupflöcher oder Umstiegskorridore?
Ich halte „Dinkelmehl (Weizenart)“ für die am leichtesten nachvollziehbare Kennzeichnung. Bei „Dinkelweizenmehl“ hätte es mich nicht verwundert, wenn die Lebensmittelindustrie ein neues billigeres Dinkelmehl mit Weizenzusatz entwickelt hätte. Was zusätzlich verwirrt: die unterschiedlichen Begriffe auf der Vorder- und Rückseite der Produkte. Ja, „100% Dinkelweizenmehl“ oder „100% Dinkelmehl (Weizenart)“ sind weniger sexy als „100% Dinkel“, aber wir Verbraucher wüssten wenigstens eindeutig was drin ist und werden nicht durch unterschiedliche Beschreibungen auf ein- und derselben Packung verwirrt.

Quellen

Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.: https://www.lebensmittelklarheit.de/forum/kennzeichnung-dinkel-weizen

Bundeszentrum für Ernährung: https://www.bzfe.de/inhalt/allergenkennzeichnung-1878.html

Verbraucherzentrale Bayern: https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/lebensmittelkennzeichnung-was-muss-drauf-stehen-5430

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